Vor Tausenden von Jahren erkannten die weisen Männer des Orients, daß die Nahrungsmittel, die wir essen, nicht allein unser Leben erhalten, sondern auch Gesundheit und Glück schaffen; sie stellten religiöse oder medizinische Gesetze zusammen, wie z.B. den Manu-Code in Indien, den Nei-Ching in China, das Honso-Komoku (das erste medizinische Kräuterbuch) in China, die Zen-Nahrung, etc.

Die Makrobiotik (griechisch Makro=groß Bios=Leben) ist die Essenz dieses alten Wissens. Ihre Grundlage ist die Dialektik des Einzigen Prinzips, des ewigen Wandels zwischen Yin und Yang.




Yin und Yang
Die Weisen des Orients erkannten, daß es in der Welt zwei gegensätzliche, sich ergänzende Archetypen gibt, aus der sich alle belebte und unbelebte Materie zusammensetzt - das weibliche, sich ausdehnende Prinzip (Yin) und das männliche, sich zusammenden Prinzip (Yang). Ferner erkannten Sie, daß jedem Ding, jedem Lebewesen und jeder Pflanze ein ihr eigenes Gleichgewicht aus diesen Kräften innewohnt. Nichts ist ausschließlich Yin oder Yang! Jegliche Erscheinungen unserer Welt sind eine Manifestation aus dem Zusammenspiel zwischen Yin und Yang!

Gesundheit und Krankheit
Mit der Zeit lernten die Weisen die idealen Verhältnisse zwischen den Kräften kennen und stellten fest, daß ein Mensch immer dann krank ist, wenn sein inneres Gleichgewicht von Yin und Yang in irgendeiner Weise gestört ist. Sie fingen an, das Ungleichgewicht durch die Wahl der richtigen Nahrungsmittel auszugleichen und die Kranken dadurch zu heilen. Als ideale Nahrungszusammensetzung entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine Diät, die in den traditionellen Familien des Orients noch heute intuitiv angewendet wird. Diese Diät wurde von Georges Ohsawa niedergeschrieben, durch die Formulierung des Einzigen Prinzips (Yin und Yang) auf eine philosophische Grundlage gestellt und durch eine ganze Reihe Empfehlungen zur Anwendung des Einzigen Prinzips im täglichen Leben ergänzt.

Nicht einfach ein "Regelwerk"!
Georges Ohsawa war es immer wichtig zu betonen, daß seine Lehre nicht einfach eine Sammlung von Regeln, Ge- und Verboten darstellt, an daß man sich hält, um gesund zu bleiben (werden). Vielmehr ging es ihm immer darum, die Menschen dazu zu bewegen, das Einzige Prinzip zu studieren, um es selbst anzuwenden und selbst die Verantwortung für sein Leben und seine Gesundheit zu übernehmen!!!

Die Zusammensetzung der makrobiotischen Standard-Diät


Die Zusammensetzung der täglichen Ernährung


Diese Empfehlungen gelten für gesunde Mitteleuropäer! Für Kranke, bzw. in anderen klimatischen Bedingungen lebende Menschen gelten modifizierte Zusammensetzungen, die Sie am besten mit einem makrobiotischen Berater absprechen!
50% Vollkorngetreide (Reis, Buchweizen, Dinkel, Weizen, Hafer, gelegentlich Vollkornnudeln, Bulgur, Couscous etc.) gelegentlich ergänzt durch Seitanprodukte oder Fu (Weizengluten).


30% gekochtes, gebratenes oder sautiertes Gemüse
(überwiegend aus der Region, z.B. Broccoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Hokkaido-Kürbis, Fenchel, Spinat, Mangold - keine Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Auberginen oder Kartoffeln!)

10% Hülsenfrüchte (Azukibohnen, Kichererbsen, Nieren- bzw. Kidneybohnen, Linsen, weiße Bohnen, etc.) - gelegentlich ergänzt durch Tofu oder Tempeh

5-10% Meeresgemüse (Kombu, Wakame, Dulse, Hijiki, Arame, Mekabu, Nori, etc.)

5-10% Suppen (im Sommer leichte, im Winter eher deftige Suppen - jeweils mit Miso und/oder Shoyu/Tamari)
Zusätzlich: Möglichst täglich kleine Mengen gepickeltes Gemüse, zwischendurch gelegentlich Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse) oder Trockenfrüchte (Aprikosen, Rosinen, Pflaumen), als Dessert einheimisches Obst (Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, etc.).
Gelegentlich Fisch (kleine weißfleischige Sorten oder Krabben)

Als Getränke: Bancha-Tee, gelegentlich Getreidekaffee, Quellwasser (ohne Kohlensäurezusatz!), Tee aus geröstetem Getreide (Reis und Gerste eignen sich sehr gut!), ungesüßte Säfte aus einheimischem Obst, Soja- oder Reismilch.
Bitte, seien Sie nicht zu streng zu sich selbst! Die obigen Empfehlungen verstehen sich lediglich als Anhaltspunkte. Variieren Sie ruhig ein wenig, und passen Sie Ihre tägliche Ernährung Ihrem persönlichen Geschmack an. Wichtig ist vor allem, daß Sie täglich mindestens 50% Getreide, etwas Miso und ein paar Algen essen.

Der größte Feind bei der Umstellung auf die makrobiotische Kost ist in aller Regel der eigene Dogmatismus und falsch verstandener Eifer. Bleiben Sie also gelassen...


Wer war Georges Ohsawa?


Wenn man Georges Ohsawa die Gründerschaft der makrobiotischen Ernährungslehre zuschreibt, liegt man im Grunde nicht ganz richtig! Denn gegen Anfang dieses Jahrhunderts begründete ein japanischer Arzt namens Sagen Ishizuka die Theorie der Ernährung und Medizin, die auf der orientalischen Ernährungsweise beruhte und gleichzeitig die westliche Wissenschaft - Chemie, Biologie, Biochemie, Medizin und Physiologie - mit einbezog.

Seine Gesundheitsdiät (sozusagen der Vorläufer der Makrobiotik nach Georges Ohsawa) war so populär, daß sich täglich Hunderte von Patienten vor seinem Hause versammelten, wo er den Kranken eine Diät verschrieb Bei seiner Geburt war er schwach und litt unter Krankheiten. Um seine Gesundheit zu verbessern, studierte er Tausende von Büchern in West und Ost. Während seine lebenslagen Studiums schrieb er zwei Bücher - Die chemische Theorie der Langlebigkeit und Der biochemische Weg zu Gesundheit und Glück. Als er gestorben war, folgte seinem Beerdigungszug eine Menschenschlange, die mehrere Meilen lag war und ihm das letzte Geleit geben wollte.

Nach seinem Tod wurde von seinen Anhängern eine makrobiotische Gesellschaft gegründet. Mangels einer großen Persönlichkeit, die diese Gesellschaft hätte vertreten können, begann sie jedoch schnell wieder zu zerfallen. Zu dieser Zeit übernahm Georges Ohsawa, damals 22 Jahre alt und durch diese Ernährungsweise geheilt, die Gesellschaft und brachte sie wieder auf einen erfolgreichen Kurs.
Danach widmete er sein ganzes Leben der Verkündung der orientalische Philosophie und ihrer Anwendung in der ganzen Welt, bis zu seinem Tode im Alter von 74 Jahren. Die Makrobiotik wird heute in Frankreich, Belgien, England, Deutschland, Amerika, Vietnam, Japan und vielen weiteren Ländern dieser Erde praktiziert.

Ohsawa schrieb ungefähr 300 Bücher während seines Lebens, die meisten davon sind heute nicht mehr erhältliche Eigenveröffentlichungen. Mehr als 40 Jahre lang publizierte er ein monatlich erscheinendes Magazin. Über 30 seiner Bücher und viele Magazine sind übersetzt worden ins Englische, Deutsche, Französische, Schwedische, Flämische, Portugiesische, Italienische und Vietnamesische.

Die fernöstliche Philosophie
Alles im Leben unterliegt dem Ewigen Wandel. Die Sonne geht jeden Morgen auf und jeden Abend wieder unter. Im Frühling, wenn es langsam wärmer wird, nähert sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn der Sonne und das Wachstum der Pflanzen setzt ein. Es grünt und gedeiht. Der Mensch wird aktiver, verbringt mehr Zeit an der Luft und ist insgesamt (in aller Regel) guter Dinge, kommunikativ und dem Neuen aufgeschlossen.

Im Sommer erreicht die Sonne ihre erdnächste Position. Die Temperaturen steigen auf ihren höchsten Stand. Die Erde trocknet aus, kleinere Bäche und Rinnsale versickern, Pflanzen vertrocknen und das allgemeine Wachstum setzt langsam aus. Der Mensch wird träger, ruht sich öfter aus und ist im Allgemeinen nicht mehr so motiviert; das Arbeiten fällt zunehmend schwerer.

Mit dem Herbst entfernt sich dann die Erde auf ihrer Bahn von der Sonne und die Tage werden kühler und kürzer. Die Pflanzen trennen sich von ihrem verdorrten Grün, ziehen sich zusammen, um sich auf den kalten Winter einzustellen.

Dieser bringt dann die kälteste Zeit des Jahres mit den kürzesten Tagen und dunkelsten Abenden. Der Mensch zieht sich zurück, sucht mehr die Geborgenheit als die Zerstreuung, denkt mehr nach und ist insgesamt eher introvertiert.

Dann beginnt der Kreislauf aufs Neue: Frühling, Sommer, Herbst, Winter....kalte Jahreszeiten, warme Jahreszeiten, Tag und Nacht, Sonne und Regen. Und auch der Mensch unterliegt, wie jede Erscheinung unserer Welt, diesem Wandel: Embryo (Winter), Kleinkind-Jugendlicher (Frühling), Erwachsener-alter Mensch (Sommer), Greis (Herbst). Und auch dieser Kreislauf ist ewig! Auf den Tod (Spätherbst) folgt unweigerlich die Wiedergeburt (Winter).

Auf Zeiten des Wachstums, bzw. der Ausdehnung (Frühling-Sommer-Kleinkind-Jugendlicher) folgen Zeiten des Niedergangs, bzw. der Zusammenziehung (Herbst-Winter-alter Mensch-Greis).
Alle Erscheinungen unserer Welt unterliegen dem Ewigen Wandel zwischen Ausdehnung (YIN) und Zusammenziehung (YANG)!


YIN YANG

Peripherie Zentrum

warmes Klima kaltes Klima

spiritueller materieller

langsame Bewegung schnelle Bewegung

aufsteigend absteigend

eher ausgedehnt und hohl eher klein und kompakt

leichter schwerer

Wachstum Niedergang

extrovertiert introvertiert



Georges Ohsawa beschäftigte sich seine Leben lang mit diesem ewigen Kreislauf und entwickelte 12 dynamische Lehrsätze des Vereinigten Prinzips und 7 Prinzipien der Ordnung des Universums. Er formulierte die Grundregeln einer Ernährung im Einklang mit diesen Erkenntnissen und nannte sie MAKROBIOTIK.

Die Ordnung des Universums:
7 dynamische universale Prinzipien, die die relative Welt und ihre Beziehung zur Einheit beschreiben:
1. Alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene sind Manifestationen der Ein-Heit.
2. Alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene sind verschieden von allen anderen.
3. Alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene sind in fortwährendem Wandel begriffen
4. Alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene haben einen Anfang und ein Ende
5. Alle sichtbaren und unsichtbaren Phänomene haben eine Vorderseite und eine Rückseite
6. Je größer die Vorderseite, desto größer die Rückseite
7. Alle Gegensätze ergänzen sich
Diese obigen Prinzipien sind alle dynamisch (dialektisch) - im Gegensatz zu der formalen Logik (des Aristoteles), die so statisch und starr wie eine Momentaufnahme ist und niemals das wirkliche Leben repräsentieren kann.

Das Vereinigende Prinzip:
12 dynamische Lehrsätze zur Beschreibung der Erschaffung und Funktionsweise der relativen Welt:
1. Die Ein-Heit (unendliche Expansion) manifestiert sich selbst unaufhörlich, an jedem Punkt in jedem Augenblick, als Teile von sich selbst, die 2 Kräfte erschaffen: die Zentrifugalkraft (Ausdehnung) und die Zentripetalkraft (Zusammenziehung).
2. Wir nennen die Zentrifugalkraft "Yin" und die Zentripetalkraft "Yang".
3. Yin und Yang sind in fortwährendem Wandel begriffen - jede in das andere.
4. Am äußersten Punkt der Entwicklung erzeugt oder wird Yin Yang, und Yang erzeugt oder wird Yin.
5 Yin zieht Yang an, Yang zieht Yin an.
6. Die Anziehungskraft zwischen Yin und Yang ist größer, wenn die Differenz zwischen ihnen größer ist, und kleiner, wenn sie kleiner ist.
7. Yin stößt Yin ab, Yang stößt Yang ab
8. Die Kraft der Abstoßung zwischen Yin und Yang ist kleiner, wenn die Differenz zwischen ihnen größer ist, und größer, wenn sie kleiner ist
9. Yin und Yang, kombiniert in unendlicher Mannigfaltigkeit der Verhältnisse, erzeugen die Energie und alle anderen Phänomene, sichtbare und unsichtbare.
10. Kein Phänomen ist nur yin oder nur yang; alle Phänomen sind aus beiden, Yin und Yang, zusammengesetzt.
11. Kein Phänomen befindet sich in ausgeglichenem Zustand; alle Phänomene sind aus ungleichen Verhältnissen von Yin und Yang zusammengesetzt.
12. Alle Phänomene sind yang im Kern (Zentrum) und Yin an der Oberfläche (Peripherie).

Georges Ohsawas Lebenslauf
Jahr Alter Begebenheit
1893
18. Oktober: Sakurazawa Nyoiti wird in Kyoto, Japan geboren.
1902 9 Seine Mutter stirbt im Alter von 30 Jahren. Sein Vater geht fort, und er muß sich um seine jüngeren Geschwister kümmern.
1908 15 Er bekommt Tuberkulose in Lunge und Darm. Er leidet an vielen anderen Krankheiten.
1912 19 Durch die von Dr. Sagen Ishizuka verordneten Ernährung stellt er seine Gesundheit wieder her. Er graduiert an der First Commercial High School in Kyoto. Er bekommt eine Anstellung als Bote bei der Takinami-Gesellschaft in Kobe und besucht die dortige französische Schule.
1914 21 Er erlangt an der französischen Schule den Abschluß, verliert aber die Arbeit, als die Gesellschaft wegen Beginns des Ersten Weltkrieges das Geschäft aufgibt. Er bekommt eine Stelle als Proviantmeister auf der Manei Maru bei der Wormth Steamship Co., England. Während des Ersten Weltkrieges kommt er das erste Mal nach Europa.
1915 22 Anstellung als Verwalter bei der Nakagiri-Handelsgesellschaft, Kobe
1917 24 Er gründet die Kumasawa-Handelsgesellschaft in Kobe als Zweig der Kumasawa-Gesellschaft, einer Textilgroßhandlung. Er wird zum Direktor gewählt. Jedes zweite Jahr reist er nach Europa. Mit der Herausgabe des Magazins Yomigaeri beginnt er eine Bewegung zur Reformierung der japanischen Sprache.
1920 27 Er bringt den ersten funktionierenden Radiosender und -empfänger aus Frankreich nach Japan. Durch seine eigene Erfindung übertrifft er existierende Film- und Fotokameras.
1925 31 Die Geldgeber übernehmen die Kontrolle über die Gesellschaft. Dieser Vorfall veranlaßt ihn zu der Entscheidung, das Geschäft aufzugeben. Er zieht nach Tokio und beginnt sein Lebenswerk, indem er die makrobiotische Vereinigung (Shokuyo-Kai) und die Vereinigung für japanische Sprache (Nippon Romaji Association) vereinigt.
1927 34 Gewählter Direktor des Shokuyo-Kai und Herausgeber des Magazins Shokuyo, was Makrobiotik bedeutet.
1928 35 Auf Hokkaido hält er das erste makrobiotische Sommerlager ab. Er publiziert fünf Bände von "Makrobiotische Abhandlung" und eine Biographie von Sagen Ishizuka.
1929 36 Ohne irgendwelche finanzielle Unterstützung fährt er mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Paris und veröffentlicht dann Das Einzige Prinzip bei Vrin auf französisch.
1930 37 Obwohl er in Paris ein sehr armseliges Leben führt, bringt er es fertig, sowohl an der Sorbonne als auch am Pasteur-Institut zu studieren. Den Franzosen bringt er orientalische Medizin, Akupunktur, Blumenstecken, Judo und Haiku bei und er veröffentlicht zwei Bücher, Die orientalische Medizin bei Hippokrates Verlag und Das Blumenbuch bei Vrin.
1935 42 Er kehrt nach Japan zurück und rät den Generälen S. Araki und Y. Limori, keinen Krieg gegen die westlichen Mächte zu führen.
1937 44 Gewählter Präsident des Shokuyo-Kai (Makrobiotik-Vereinigung). Die Abonnenten des Shokuyo haben inzwischen die Zehntausend erreicht. Er veröffentlicht Mensch, dieser Unbekannte, verfaßt von Alexis Carrel.
1939 46 Er veröffentlicht ein Buch mit dem Titel Wie man sich Feinde im Westen macht, das so starken Antimilitarismus ausstrahlt, daß es unter dem Militär und den Ultrapatrioten heftigen Widerstand auslöst. Unter diesen Umständen kann er in Japan nicht mehr gefahrlos bleiben, und so wird er Gesundheits- Berater der kaiserlichen Familie und anderer Adliger, um dieser Bedrohung durch die Nationalisten zu entrinnen. Er veröffentlicht Eine neue diätetische Heilung, das in Millionenhöhe verkauft wird. Er gibt den Shokuyo-Kai auf.
1940 47 Er gründet das Institut des Einzigen Prinzips in Ohtsu, Kyoto, wo er das Einzige Prinzip lehrt, anstelle davon, wie Krankheiten zu heilen sind.
1941 48 In einer Auflage von 100.000 Exemplaren veröffentlicht er Die Gesundheitsfront der Welt, eine Warnung an die Führer der japanischen Regierung, sie würden Japan zerstören und eine Verwirrung, ähnlich der während der französischen Revolution, ins Land bringen. Er sagt auch voraus, daß sie erschossen werden würden. Vier Jahre später, am Ende des Krieges, bewahrheitet sich seine Prophezeiung. Seine Warnung ist jedoch so heftig, daß ernsthafte Bedrohung seiner Ermordung besteht.
Er veröffentlicht das Buch Einer, der zuletzt und ewig gewinnt, worin er prophezeit, daß England Indien aufgeben und Gandhi ermordet werden würde. Dieser Vorhersage bewahrheitet sich fünf Jahre später.
Das Buch Wie man sich Feinde im Westen macht: Wer wird Japan zerstören? wird von der japanischen Regierung indiziert. 2.000 Bücher werden verbrannt.
1942-43 49 Er veröffentlicht die Bücher Neuere Ernährung, Die Geschichte Chinas, Expedition in die Welt der Bakterien, Ursprüngliche Mentalität und japanische Mentalität und Eine Studie von Sun Tsu und andere Strategien. Zu dieser Zeit wächst der Druck seitens der Militärregierung täglich. Sechs Monate lang wird er von der Militärpolizei gefoltert.
1944 51 Im Juli sagt er voraus, Japan würde besiegt werden. Er schickt an alle Studenten, die an der Front sind, Telegramme mit dem Wortlaut: "Ihr solltet vorsichtig essen und die letzten Gewinner sein." Er publiziert zwei Antikriegs- bzw. antimilitaristische Bücher, Ein ewiges Kind - Anatole France und Wie man das Herz verändern kann.
Im November versucht er, durch die Mandschurei Moskau zu erreichen, um Rußland die Rolle eines Vermittlers im Zweiten Weltkrieg anzutragen. Unterwegs wird er von der Militärpolizei verfolgt und gezwungen, seinen Plan zu ändern. Er entgeht der Gefangennahme und kehrt nach Japan zurück, um einen anderen Versuch zu planen.
1945 52 Am 25. Januar wird er in seinem Versteck verhaftet und unter Bedingungen eingekerkert, bei denen die Temperatur bis auf 20°C unter Null sinkt. Nach drei Monaten mit solcher Behandlung wird er äußerst schwach, verliert 80% seiner Sehfähigkeit und stirbt beinahe. Ende Juli wird er plötzlich gegen die Abmachung, gegen die Regierung keinen Prozeß anzustreben, freigelassen.
Im Juli versucht er mit den Generälen Limori und Fujimori einen Staatsstreich, wird aber bei einem Geheimtreffen erneut verhaftet, in Kofu eingekerkert und anschließend in das Gefängnis von Nagasaki überführt. Kofu wird nach seiner Verlegung vollständig ausgebombt. Im August kapituliert Japan. Im September wird er auf Befehl von General MacArthur kurz vor seiner Hinrichtung freigelassen. In einem Brief wendet er sich an MacArthur und rät ihm, die Militär- und Geheimpolizei der japanischen Regierung zu verringern. Der Rat wird befolgt und jene Systeme abgeschafft.
Im Oktober veröffentlicht er das Buch Warum versagte Japan? Im Dezember gründet er die Wahres-Leben-COOP in Tokio und das monatliche Magazin Compas.
1946 53 Er beginnt in Yokohama Seminare über die biologische und erzieherisch Revolution des Menschen.
1947 54 Er tritt der United World Federalists Organization bei.
1948 55 Er gründet ein makrobiotische Studienhaus (genannt Maison Ignoramus) in Hiyoshi, Tokio, das bald nach Yoyogi-Nishihara umzieht. Er publiziert Das Buch vom Judo auf französisch
1949 56 In verschiedenen Städten ist er für die Weltregierungsbewegung tätig. Seine Weltregierungsbewegung beruht auf der Idee, daß Weltfriede nur möglich ist, wenn der Einzelne imstande ist, durch biologische und Physiologische Verbesserung Gesundheit und Glück bei sich selbst zu begründen.
1950 57 Er trifft Norman Cousins, der Hiroshima besucht, um einer Friedenskundgebung beizuwohnen. Er übersetzt und veröffentlicht Meeting East and West in japanisch, verfaßt von F.S.C. Northrop.
1952 59 Er publiziert Ewiger Junge - Eine Biographie von Benjamin Franklin in Japan.
1953 60 Er verläßt Japan in Richtung Indien, um die Welt Makrobiotik zu lehren.
1954 ^61 Er gründet das indo-japanische Kulturzentrum in Indien. Er schreibt einen offenen Brief an Mao Tse-Tung, in dem er ihm vom Standpunkt der Makrobiotik zu seiner Gesundheit und zur chinesischen Politik rät.
1955 62 Im Juni verläßt er Indien und fährt per Schiff nach Afrika. Er kommt am 29. Oktober nach Lambarene, Belgisch-Kongo. Er beginnt, die Schwarzen Makrobiotik zu lehren.
1956 62 Seit dem 25. Januar leidet er an Tropengeschwüren, einer Krankheit, die fast immer tödlich ausgeht. Diese heilt sich in etwa zehn Tagen durch die makrobiotische Ernährung. Er rät Dr. Albert Schweitzer, für seine Patienten die makrobiotische Ernährung anzunehmen. Dr. Schweitzer lehnt ab, und danach verläßt Ohsawa Lambarene.
Am 29. Februar erreicht er Paris, wo er 25 Jahre zuvor die orientalische Kultur eingepflanzt hatte.
1956 63 Tag und Nacht hält er in Belgien, der Schweiz, Deutschland, Schweden, Italien und England Vorträge über Makrobiotik. Eine makrobiotische Fabrik (LIMA) wird bald in Belgien gegründet, und makrobiotische Restaurants und Geschäfte eröffnen überall in Europa.
1957 64 Er beginnt mit der Veröffentlichung des französischen Magazins Yin und Yang.
1958 65 Orientalische Medizin und Jack und Mitie werden auf französisch veröffentlicht.
1959 66 Im Dezember dieses Jahres besucht er das erste Mal die USA
1960 67 Mit einem Mimeograph publiziert er in New York Zen Makrobiotik in englisch. Im Januar beginnt er an der buddhistischen Akademie, New York City, zehntägige Seminare für Amerikaner. Im Februar und März werden zusätzliche Seminare abgehalten. Im April kehrt er nach Europa zurück, fliegt aber wieder nach Amerika, um dem ersten amerikanischen Sommerlager auf Long Island, NY, beizuwohnen, das von Juli bis August geht. Das erste amerikanische makrobiotische Magazin Macrobiotic News beginnt in New York; es wird heute als Macrobiotics Today (von der Georges Ohsawa Macrobiotic Foundation, Oroville, Kalifornien) fortgesetzt.
1961 68 Das Wunder der Diätetik, ursprünglich in Japan geschrieben und publiziert, wird in englisch (The Book of Judgement) veröffentlicht.
Das zweite makrobiotische Sommerlager wird in Wortzboro, New York, im Juli und August mit großen Erfolg veranstaltet.
Auf Rat von Georges Ohsawa verlassen 13 makrobiotische Familien New York und ziehen nach Chico, Kalifornien, um einem möglichen Atomangriff durch die Sowjetunion auszuweichen.
1962 69 Die vorgenannten Leute gründen die erste amerikanische Gesellschaft für die Herstellung und den Vertrieb makrobiotischer Lebensmittel in Chico.
Ohsawas Sommerlager in Frankreich dieses Jahr ist ein voller Erfolg.
1963 70 Die fernöstliche Philosophie im nuklearen Zeitalter wird in französisch veröffentlicht.
Er fliegt erneut in die USA und hält in New York, Boston und dem Sommerlager von Chico zusammen mit japanischen Ärzten Vorlesungen.
Am 18. August bringt die Harald Tribune seine Vorhersage, daß John F. Kennedy eine große Gefahr erleben würde. Diese Prophezeiung bewahrheitet sich im November mit der Ermordung des Präsidenten Kennedy.
1964 71 Zusammen mit seinen Schülern gelingt ihm am 21. Juli ein Experiment mit der atomaren Transmutation (Na-K). Kurz darauf hält er Vorträge im Big Sur Sommerlager.
1965 72 In Japan beginnt er eine spirituelle Olympiade zu organisieren.
Auch Sie sind Sanpaku wird in englisch veröffentlicht, und eine Übersetzung von Krebs und die fernöstliche Philosophie der Medizin erscheint in Frankreich. Er fliegt nach Amerika und hält in Mayoro Lodge nahe Pulga, Kalifornien, Vorlesungen. In diesem Jahr hält er auf einer Tour, die 32.000 Kilometer umfaßt, Vorlesungen an fünf Orten in Europa und Amerika.
1966 73 Am 24. April um 17.30Uhr verläßt er diese Welt für immer. Als Ursache für seinen Tod diagnostizieren Ärzte eine Herzattacke. Die Erziehung des Willens ist sein letzter Artikel. Die von ihm initiierte spirituelle Olympiade wird im Juli und August in Japan abgehalten und von über hundert makrobiotischen Leuten aus der ganzen Welt besucht.
Daten aus: Lebensführer Makrobiotik - Handbuch (Verlag Mahajiva 1985)
http://www.eco4u.de/
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